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Schillerstadt Marbach

 (5 Stimmen)

Marbach, 9.11.2009, 10.30 Uhr
Ich gehe vom Parkplatz hoch in die Altstadt, vorbei am Schillerhaus und anderen alten Fachwerkhäusern. Regen platscht auf das Kopfsteinpflaster. In der Marktstraße kündet ein weißer Abguss von Danneckers Schillerbüste davon, dass ich nun das Hotel Schillerhof erreicht habe, in dem ich mich einquartieren will. Spruchbänder mit Zitaten von Schiller sind quer über die Straße gespannt. Im Frühstücksraum des Hotels hängen Porträts von Schiller und Goethe. Mein Zimmer liegt im 2. Stock und vom Fenster aus schweift mein Blick über Dächer hinweg zum Schiller-Nationalmuseum, das morgen neu eröffnet werden soll. Ich bin zu Schillers 250. Geburtstag eingeladen und angereist. Der Name Schiller unterliegt einer Inflation, er prangt überall: Schillerstadt, Schillersonntag, Schillerwoche, Schillerhöhe, Schillerdenkmal, Schillerrede, Schillerjahr, Schillerapotheke, Schiller-Geschenkgutschein…
12.15 Uhr
Ich tigere im immer noch strömenden Regen zur Schillerhöhe. Im Deutschen Literaturarchiv findet ein Schillersymposium statt zum Thema „Schiller der Spieler“. Das lässt doch Unterhaltendes vermuten. Schick sieht es aus, das Literaturarchiv. Viel Glas, viele Vitrinen mit alten Handschriften, ein edles Ambiente. Ich habe noch etwas Zeit und mache eine Runde am schön renovierten Schiller-Nationalmuseum (SNM) und am Literaturmuseum der Moderne (LiMo) vorbei, schlendere über den Hügel, auf dem das Schillerdenkmal, von Platanen umrahmt, steht. Sehr hoch oben. Da fällt mir ein, dass es einen schönen Videoclip der Stadt Marbach gibt, er heißt: „Schiller steigt vom Sockel“.
Im Tagungsraum sind die Schillerforscher unter sich. Die wichtigen Leute tragen ein Namensschild. Während eine italienische Professorin am abgeschalteten Mikrophon akustisch unverständlich vor sich hinmurmelt, jaulen draußen die Laubsauger und eine Kehrmaschine fährt mit Getöse hin und her. Vorbereitungen zum bevorstehenden Festakt mit Blumen werfen auf Schillers Standbild in Anwesenheit des Bundespräsidenten. Da darf kein Laub auf dem Rasen liegen, das wäre unschwäbisch. Die Vorträge werden dank herbeigeschafftem Mikrophon langsam etwas besser verstehbar. Ich sammle weitere Zusammensetzungen wie: Schillerbiographie, Schillernationalausgabe, Schillerkonferenz, Schillerbibliothek, Schillerverein …
20.00 Uhr
In der Stadthalle versammeln sich die Schillerfans und warten auf die Schillerrede. Auch hier zieren Schillerzitate die Wände. Auf der Bühne steht auf dunklem Hintergrund eine reinweiße Büste Schillers. Daneben erklärt der Redner, was „Schiller an sich“ und Schiller für ihn bedeutet. Freunde der Sprache Schillers kommen auf ihre Kosten, denn der Dichter wird häufig zitiert.
10.11.09
DAS JUBILÄUM
Am Vormittag lasse ich weitere Vorträge über mich ergehen. In meinem Kopf schillert es schon jetzt gewaltig. Gegen Mittag häufen sich die Fahrzeuge der Polizei. Kurz vor 15 Uhr eilen der Bundespräsident und der Ministerpräsident von BW in die Stadthalle zum Festakt. Man ehrt den Dichter der Freiheit und Rüdiger Safransky bricht eine Lanze für den Idealismus Schillers. Danach führen Grundschüler vor dem Schillerdenkmal ein kleines Spiel zur Europahymne auf, bei dem ein kleiner Schiller und ein kleiner Beethoven sich gegenseitig für ihre genialen Ideen beglückwünschen. Ein Blasorchester der Schüler spielt die Melodie und bald stimmen alle mit ein: „Freude, schöner Götterfunken…“ Gleichmütig schaut Schillers Standbild herab, während seine Gratulanten sehr ergriffen sind. Nun stürmen die Grundschüler das Denkmal und bewerfen es mit Blumen. Auch dies lässt Schillers Standbild stoisch über sich ergehen. Während nun die Honoratioren das SNM neu eröffnen, eile ich zum Empfang im Deutschen Literaturarchiv (DLA), wo es was zu essen und zu trinken gibt. Natürlich leeren wir alle zusammen etliche Gläser Wein auf den Jubilar, obwohl der angeblich lieber Bier getrunken haben soll. Danach, die hohen Gäste sind inzwischen abgereist, gehe ich in das wunderschön restaurierte SNM. In abgedunkelten Räumen hinter dicken Glasvitrinen liegen nun die echten Handschriften Schillers vor meinem entzückten Blick. Es gibt auch eine Vitrine, in der blaugestreifte Strümpfe, Handwärmer, ein kurioser Hut und vieles andere höchst Private gezeigt wird. In einem Raum hängen ca. 30 unterschiedliche Porträts und in einer weiteren Vitrine Totenmaske und Büsten des gefeierten Dichters. Mit einem Seufzen verlasse ich diese heiligen Hallen und begebe mich zum Hotel. Die Verleihung des Schillerpreises an Jens Reich findet ohne mich statt. Ich kann nicht mehr.
11.11. 09
Der frühe Morgen sieht mich erneut auf der Schillerhöhe vor dem gefeierten Denkmal. Die Stadtreinigung hat die Blumen bereits zusammengekehrt. Das finde ich schade. Warum so schnell?
In der gesamten Stadt sind ca. 20 riesige Bücher verteilt, die verschlüsselt und künstlerisch gestaltet ein Werk Schillers darstellen. Hier oben stehen 4 davon und ich versuche zu erraten, welches Werk gemeint ist. Bei dreien gelingt mir das auf Anhieb, bei einem muss ich passen. Nach weiteren Vorträgen gehe ich erneut ins SNM, um die Handschriften Schillers zu studieren und auf mich wirken zu lassen.
Die Zeitungen berichten: „Ode an die Freude“ für Schiller/ Ein Hoch dem Dichter der Freiheit/ Ungestümer Blumengruß ...

Ich trete die Heimreise an mit dem Gefühl „mit Schiller auf der Höhe“ der Zeit gewesen zu sein.

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tasen

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