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  • Das Türkentor auf dem Kunstareal

Praktische Informationen

Adresse
Türkenstraße 17
80333 München
Deutschland

Koordinaten für´s Navigationssystem:

Breitengrad: 48.147350
Längengrad: 11.573580
Öffnungszeiten

täglich außer Montag
Oktober bis März 10 - 16 h
April bis September 10 - 18 h

Eintrittspreise

Eintritt mit einem Ticket, das zum Besuch einer der Pinakotheken sowie des Museum Brandhorst berechtigt.

Kontakt

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Türkentor - Large Red Sphere

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Die 2002 entstandene Skulptur „Large Red Sphere“ des amerikanischen Künstlers Walter De Maria (* 1935) wurde 2006 von der Udo und Anette Brandhorst Stiftung erworben. Am 23. Oktober 2010 wird die Installation der Skulptur in dem von sauerbruch hutton architects renovierten und umgestalteten Türkentor der Öffentlichkeit übergeben. Was nun gleichsam als Gesamtkunstwerk in Erscheinung tritt, stellt einen Meilenstein in der Entwicklung des Kunstareals dar.

Das Türkentor ist der einzig übrig gebliebene Rest der ehemaligen Kaserne des Königlich Bayerischen Infanterie-Leibgarderegiments, das die Leibwächter für die königliche Familie stellte. Die Ruine steht unter Denkmalschutz und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Pinakothek der Moderne.

Seit 2001 gab es Bestrebungen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, eine zentrale Arbeit Walter De Marias für das Haus zu sichern. Damit sollte der Schwerpunkt amerikanischer Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend gestärkt werden. Als Partner dieser Bemühungen konnte die Udo und Anette Brandhorst Stiftung gewonnen werden, die selbst bereits über eine ganze Reihe von Werken des Künstlers verfügt. Durch „Large Red Sphere“ im Türkentor wird dem Künstler eine überragende Präsenz in der Stadt ermöglicht, in der er bereits 1968 ein Schlüsselwerk seines einflussreichen „One Room – One Work“-Prinzips verwirklicht hatte: den „Earth Room“ in der Galerie von Heiner Friedrich.

Walter De Maria schlug eine Kugel aus poliertem rotem Granit vor und knüpfte damit an seine frühere Auseinandersetzung mit dieser geometrischen Form an. So hatte er 1990 eine vergleichbare Arbeit für die Assemblée Nationale in Paris realisiert. 2000 und 2004 folgten dann entsprechende Werke für die beiden Museen auf Naoshima Island in Japan (Noashima Contemporary Art Museum: „Seen / Unseen Known / Unknown“; Chichu Art Museum: „Time / Timeless / No time“). Seinen Vorstellungen entsprechend, sollte auch die Münchner Arbeit, die deutlich größer ist als ihre „Vorgänger“, auf den umgebenden Raum bezogen werden. Zusammen mit dem Künstler entschied sich Reinhold Baumstark, der ehemalige Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, für das Türkentor als geeigneten Ort. Dieses seit Jahrzehnten brachliegende Gebäudefragment der ehemaligen Prinz Arnulf-Kaserne aus dem frühen 19. Jahrhundert – im Volksmund wegen der angrenzenden Türkenstrasse auch „Türkenkaserne“ genannt – liegt zwischen der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst bzw. genau gegenüber dem Klenze-Portal der Alten Pinakothek und markiert damit eine auch städtebaulich spezifische Position. Durch die enge Kooperation zwischen Walter De Maria und den Architekten sauerbruch hutton wurden der ruinöse Bau, unter Berücksichtigung seiner historischen Substanz, den neuen Anforderungen entsprechend umgestaltet und Skulptur und Architektur aufeinander bezogen.

Diese entscheidende Entwicklung war nur dank des Schulterschlusses zwischen den verschiedenen Partnern der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen möglich: Die Udo und Anette Brandhorst Stiftung erwarb das einzigartige Kunstwerk. Renovierung und Umbauarbeiten des Türkentors wurden in großzügiger Weise von der Stiftung Pinakothek der Moderne gefördert.

Walter De Marias „Large Red Sphere“ vergegenwärtigt eine Urform. Die Kugel ist universelles Sinnbild der Welt, der Himmelskörper und des Kosmischen, Symbol des Ewigen und der zyklischen Erneuerung. Schon in ihren physikalischen Eigenschaften evozieren Material, Größe (Durchmesser 260 cm) und Gewicht (25 t) eine starke physische Präsenz, die durch zwei Momente besonders betont wird. Zum einen ruht die Kugel auf einem vom Künstler entworfenen dreistufigen Podest, zum anderen wird sie von vier borkigen Säulen umstellt, die eine geradezu archaisch anmutende Balkenkonstruktion mit zahllosen rostigen Nägeln tragen – Reste der ehemaligen Zwischendecke des Türkentors. Die Diskrepanz zwischen der perfekten und hochglänzenden Kugelgestalt und der Raumhülle mit ihren vielfältigen Elementen, Formen und Materialien ist kaum größer vorstellbar und prägt den anschaulichen Charakter des Ganzen maßgeblich. Zudem steht die den Raum reflektierende Oberfläche von „Large Red Sphere“ im Kontrast zu ihrer materiellen Verdichtung. In der Dualität zwischen Innen und Außen sowie zwischen der vollplastischen Form und ihrer vom Betrachterstandpunkt abhängigen, stets nur eingeschränkten Sichtbarkeit der gesamten Kugel liegt eine der Voraussetzungen, das Werk von Walter De Maria nicht nur zu sehen, sondern es in seiner evokativen Kraft auch kontemplativ zu erfahren. Die Einbringung von „Large Red Sphere“ in einen so völlig anders gearteten kubischen Raum, der viele Spuren der Vergangenheit bewahrt, markiert einen Ort ästhetischer Erfahrung und historischer Vergegenwärtigung. Und in dieser Dialektik liegt das Besondere der Zusammenarbeit von Künstler und Architekt, d.h. in einem Resultat, das sich von früheren Werken Walter De Marias deutlich unterscheidet, wenngleich manche Parallelen zu „The Broken Kilometer“ (1979) in New York nicht von der Hand zu weisen sind.

Walter De Marias „Large Red Sphere“ im Türkentor bereichert das Münchner Kunstareal auf ungemein prägnante Weise und bildet ein wichtiges Scharnier zwischen den Pinakotheken und dem Museum Brandhorst.

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