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Falscher Detektiv

Falscher Detektiv

Eine – übrigens bezaubernde – deutsche Studentin erzählte mir in La Paz ihre Geschichte. Als sie kurz vorher bei der Ankunft im Busbahnhof ihren Rucksack schultert, spricht sie ein anderer Reisender an. "Touristin? Ich auch. Woher? Ich bin aus Argentinien." Da steht plötzlich ein gutgekleideter Herr vor ihnen und zeigt einen Polizeiausweis. "Ich ermittle wegen Falschgelds. Was ist Ihre Nationalität?" – "Argentinier." – "Deutsche." – "Kann ich bitte Ihre Pässe sehen?" Der Argentinier überreicht sofort respektvoll seinen Pass. Die Deutsche folgt wohl oder übel. Die Pässe werden zunächst einmal eingesteckt. "Haben Sie US-Dollars bei sich?" – "Jawohl, Herr Kommissar, ich habe 600 $," antwortet der Argentinier. "Kann ich sie sehen?" – "Ja, natürlich." Der Polizist blättert sie durch und betrachtet sie einzeln. "Die sind möglicherweise gefälscht. Bringen Sie sie bitte morgen früh um 10 Uhr zur Untersuchung ins Polizeipräsidium, Zimmer 38. Ich werde dort sein. Inzwischen stecke ich sie zur Vermeidung eines Austausches in diesen amtlichen Briefumschlag, klebe ihn zu und unterschreibe ihn über der Verschlussklappe." Er tut das alles und übergibt dem Argentinier den Geldumschlag. "Öffnen Sie den Umschlag nicht vor der Untersuchung. Ihren Pass bekommen sie morgen zurück." – "Vielen Dank. Ich bin morgen um 10 Uhr im Präsidium." Der Polizist zur Deutschen: "Wie viel Dollar haben Sie bei sich?" – "320 $." – "Kann ich sie sehen?" – "Ja." Gleicher Dialog und Ablauf mit einem anderen Briefumschlag. Auf ihren Protest mit Tränen in den Augen erhält sie entgegenkommenderweise wenigstens ihren Pass zurück, den sie für die Hoteleinschreibung braucht. – Wir überlegen, wir diskutieren, sie öffnet auf meine Verantwortung den Briefumschlag. Es ist ein "Paquete Chileno", wie man das in Südamerika nennt, gefüllt mit Zeitungspapier. Die psychologische Beeinflussung durch den anderen, angeblichen Touristen war gut überlegt. Wie man den Umschlagaustausch bewerkstelligt, kann ihnen jeder Zauberkünstler zeigen, es sei denn, er ist Mitglied des Magischen Zirkels und darf seine Geheimnisse nicht an Uneingeweihte preisgeben.
Ein paar Wochen später fragte mich in Copacabana ein junger Mann nach dem Fremdenverkehrsamt. "Auch Ausländer? Woher? Ich bin aus Venezuela." Dann baute sich plötzlich ein großer Mann mit Schnurrbart vor uns auf und zeigte uns einen Ausweis: "Policia Federal, ich ermittle wegen Falschgelds. Kann ich Ihre Pässe sehen?" Ich klopfte ihm auf die Schulter, sagte: "Ich kenne den Trick, mein Freund," und ging weiter. Die beiden sahen mir etwas erstaunt nach. Leider sah ich keinen echten Polizisten in der Nähe. Moral: Reden Sie mit anderen Travellern! Man kann aus dem Erfahrungsaustausch viel lernen.
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