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  • Stadthäuser des Adels und der Hofbeamten in der Karlsruher Stéphanienstraße

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Karlsruhe - Entstehung und ein angeblich vertauschter Prinz

Der Name scheint Programm zu sein - ruhig kommt es mir vor in Karlsruhe, gemütliche Beamtenstadt. Ganze Straßenzüge erzählen von der Vergangenheit, aneinandergereihte Stadtpalais' der Adeligen und Hofbeamten.

GESCHICHTE DER STADTENTSTEHUNG

Der Legende nach hatte es sich Markgraf Carl Wilhelm von Baden-Durlach im Hardtwald zu einem Nickerchen bequem gemacht. In diesem Traum erträumte der Markgraf eine fächerförmige Stadt (nach einer Anekdote hat er den verlorenen Fächer seiner Ehefrau im Wald gesucht). Diesen Traum verwirklichte der Markgraf und baute seine "Fächerstadt".

Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Carl Wilhelm eine kreisrunde Fläche für sein Schloss roden, mittig sollte der Schlossturm stehen (quasi der Zirkelschlag), vom Turm aus sollten 32 Straßen aus gehen. Die Ehefrau des Markgrafen blieb in Durlach wohnen und kam nur zu besonderen Anlässen ins Karlsruher Schloss.

Bald nach der Grundsteinlegung des Schlosses setzte der Häuserbau in Karlsruhe ein, nach Vorgabe des Markgrafen sollten sich gleichmäßige Proportionen durchsetzen und die Stadt übersichtlich bleiben ohne verwinkelte Gassen. Deshalb findet man sich auch heute noch in Karlsruhe leicht zurecht.

CARL WILHELMS TULPENMÄDCHEN

Im dicken Turm des Schlosses gab es ganz oben kleine Kämmerchen, hier wohnten Carl Wilhelms "Tulpenmädchen". Die Tulpen waren damals äußerst beliebt und sehr kostbar. Für manche Zwiebeln wurden bis zu 3000 Gulden bezahlt. Etliche der Tulpenmädchen hatten vaterlose Kinder, die seltsamerweise alle den Vornamen Carl oder Carlina trugen. Der Markgraf sorgte für ihre Erziehung. Das heizte natürlich die Gerüchteküche mächtig an. Den Namen "Tulpenmädchen" bekamen die jungen Frauen, weil fäschlicherweise berichtet wurde, sie wären dazu da, die Tulpen zu zeichnen. Was gar nicht stimmte.

DAS GERÜCHT UM DEN VERTAUSCHTEN BADISCHEN PRINZEN

Im Jahre 1828 wurde auf dem Nürnberger Unschlittplatz ein junger Mann gefunden, der - so wirkte es - zwölf Jahre in einem Verließ gefangen gehalten worden war. Der bedeutende Jurist Anselm von Feuerbach, zweitweise Vormund des Kaspar Hauser genannten Findelkindes, war einer der ersten, der die These vertrat, bei diesem Jungen handele es sich um einen aus dynastischen Gründen vertauschten badischen Prinzen, der eigentlich 1812 im Karlsruher Schloss als Sohn des Großherzogs Karls und seiner aus dem Französischen stammenden Ehefrau Stéphanie geboren sei. An Stelle des Prinzenbabys sei ein todkrankes Kind in die badische Prinzenwiege gelegt worden, das kurz darauf starb.

Man wird wohl nie gänzlich klären können, was damals wirklich passiert ist. Seit Generationen ergreift diese Geschichte um Macht, Liebe und Intrigen die Menschen und fasziniert immer noch. Verdächtigt des Baby-Tausches wurde die zweite, in morganatischer, das heißt nicht standesgemäßer, Ehe vermählte Frau des Markgrafen Karl Friedrich. Durch das Aussterben der männlichen Linie aus der ersten Ehe ihres Gatten war es den männlichen Nachkommen aus ihrer Verbindung mit dem Markgrafen möglich, den badischen Thron zu besteigen.

DAS ENDE DER MARKGRÄFLICHEN HERRSCHAFT

Der letzte Großherzog dankte 1918 nicht ganz freiwillig ab. Baden wurde Republik.

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