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Henkerhaus und Henkersteg
Fragil wirkte er auf mich, der Henkersteg. Durch die Ritzen zwischen den Bodenlatten konnte ich das Wasser der Pegnitz sehen, das verstärkte nicht grade mein Vertrauen in den Steg. Und dann noch dieser Name! Den hat er davon, dass er direkt zum Henkerturm führt, quasi als "Zubringer" auf den Trödelmarkt, wo es übrigens sehr schöne Lädchen gibt. Der Nürnberger Henkersteg ist zur Gänze mit Holz überdacht.
In dem gleichnamigen Turm wohnte früher der Henker der Stadt Nürnberg. Die bedauernswerten Menschen, die diesen Beruf ausübten, waren nicht wohl gelitten bei den anständigen Bürgern, deshalb wohnten sie in jeder Stadt isoliert von den anderen. Heute, nachdem seit ewigen Zeiten schon kein Henker mehr hinter den Mauern wohnt, mutet das kleine Häuschen geradezu malerisch an und ergibt zusammen mit dem Henkersteg ein reizendes Fotomotiv.
Im Henkerhaus ist eine Ausstellung der Nürnberger Kriminalgeschichte untergebracht. Der berühmteste Henker Nürnbergs war Franz Schmidt. Sein erhaltenes Diensttagebuch erlaubt Rückschlüsse auf den Alltag der Menschen in der Freien Reichsstadt Nürnberg um 1600.


