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Altes Rathaus Norden
Das an der Westseite des Marktplatzes von Norden gelegene Alte Rathaus stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Es beherbergte Handel und Gewerbe, diente als Versammlungsraum für Rat und Bürgerschaft, war Gerichtsort und Verwaltungssitz. Aber auch die Verwendung als Klassenraum und Berufsschule, als Tanz- und Festhaus für die Bürgergemeinde, ja sogar als Gefängnis kann nachgewiesen werden.
Bis 1884 wurde das Gebäude als Rathaus genutzt. Heute beherbergt das Alte Rathaus, das seit 1922 vom Norder Heimatverein genutzt wird, das Ostfriesische Teemuseum mit dem angeschlossenen Museum für Volkskunde.
Sehenswert ist der historische Gewölbekeller und der sogenannte „Rummel“, ein Festsaal mit Fliesenkamin und alten Möbeln, der sich im 1. Stock befindet.
Die Theelachtskammer (oder auch Theelkammer) im Alten Rathaus ist der zentrale zentralen Verwaltungssitz der Theelacht, der ältesten genossenschaftlichen Vereinigung Europas. Die Theelacht geht auf die Normannenschlacht im Herbst 884 an der Hilgenrieder Bucht, nahe der Stadt Norden, zurück, bei der die Friesen einen Sieg über die Normannen und Wikinger errungen und die einst an die Normannen verlorenen Gebiete in den Hilgenrieder und Nesser Buchten zurück eroberten. Diese Gebiete wurden fortan von den Bauern in ungeteilter Gemeinschaft selbst verwaltet, wofür sie die Theelacht gründen, an der die einzelnen Bauern aktienähnliche Anteile erhielten. Auf der Grundlage einer eigens hierfür entwickelten Rechtsordnung wurden in den halbjährlich stattfindenden Versammlungen Entscheidungen demokratisch gefällt und die erwirtschafteten Erträge verteilt. Heute hat die Theelacht keine wirtschaftliche Bedeutung mehr, wird aber im Rahmen der Brauchtumspflege fortgeführt.
Die historischen Räume können bei einem Besuch des Ostfriesische Teemuseums besichtigt werden.


