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Madame Tussaud's Wachsfigurenkabinett
Auszug aus der Kurzgeschiche "Berühren verboten" von Claudia Schmid:
Am nächsten Morgen war sie schon früh am Wachsfigurenkabinett. Sie wollte sich die mittäglichen Warteschlangen ersparen und die Rechnung ging auf. Ihren Rucksack deponierte sie in der Schließfachanlage. Sandra war immer wieder begeistert von den Wachspuppen. Sie sahen so echt aus, vor allem die Augen. Sie strich Bratt Pitt über die Wange. Wie das wohl wäre, wenn er sich nun doch bewegen würde? Ein kleiner Schauer lief ihr über den Rücken. Johnny Depp als Pirat sah ebenfalls sehr echt aus. Aber die beiden Matrosen auf dem großen Fass bewegten sich tatsächlich. Das waren wohl die Aufpasser der aufwändigen Szenerie, in der man sich fotografieren lassen konnte.
Lady Di gegenüber der neuen Kronprinzenfamilie fand Sandra etwas seltsam. Di’s Söhne neben Camilla, musste das sein? Sandra fand dies nicht sehr pietätvoll. Britney Spears weit hintenüber gebeugt an der Tanzstange, ihr Wachsbusen hob und senkte sich, als würde sie tatsächlich atmen. Sandra berührte ihr Haar: echtes Menschenhaar. Sie ging weiter zu Freddy Mercury – the Show must go on. Sandra fand es jammervoll, dass der Sänger mit dieser grandiosen Stimme so jung gestorben war.
War da eben jemand hinter Gerhard Schröder weg getaucht? Sie hatte schon Verfolgungswahn und sah den Bürstenhaarschnitt, auch wenn er gar nicht da war. Nach dem großen Raum ging sie die Treppe hinunter zum Gruselkabinett. Sie wurde von einer freundlichen Dame darauf hingewiesen, dass die Schauspieler nicht berührt werden dürfen. Aber das kannte Sandra ja schon. In Lumpen gehüllte, dunkel geschminkte Schauspieler kamen aus der Finsternis des nachgebauten Tower-Gefängnisses zwischen Gefängniszellen und Rauchwaben und grabschten nach den Leuten oder stierten sie aus nächster Nähe grimmig an. Beim letzten Mal hatten sie ihr einen Sack über den Kopf geworfen. Es war schon sehr gruselig, aber jedes Mal musste sie da hinein gehen, es war so seltsam erregend.
Heute war es besonders dunkel, fand sie. Gitterstäbe säumten ihren Weg, Nebel umwaberte sie und schaurige Klänge kamen aus den Lautsprechern. Wie aus dem Nichts stand plötzlich ein schwarz angeschmierter Mann vor ihr und starrte sie grimmig an. Sandra blieb fast das Herz stehen vor Schreck. Zum Glück trug er keinen Bürstenhaarschnitt. Sie ging weiter an den Gittern mit den jammernden Gestalten vorbei. Eine Frau griff durch das Gitter und kniff sie in die Wade. Sandra hüpfte auf und ging lachend weiter. Der Weg machte eine Biegung, hier schienen keine „live actors“ zu sein. Sandra war allein in dieser gespenstischen Umgebung. Aber da war schon wieder einer bei ihr. Er kam von hinten an sie heran und legte den Arm um sie. ‚Nicht berühren’, sie durfte nicht nach ihm schlagen.



Warteschlangen vermeiden
Bei Madame Tussaud's ist die Warteschlange immer extrem lang. Mehrstündige Wartezeiten sind keine Seltenheit! Einmal hatte ich das Glück schon dort zu sein, bevor sie aufgemacht haben. Da ging es schnell. Doch bei einem weiteren Besuch war ich erst um 10:00 Uhr dort und musste lange warten.
Ich kann nur jedem empfehlen, im voraus über das Internet zu buchen. Da spart man 10% des Eintrittspreises und man kommt innerhalb eines halbstündigen Time Slots rein.