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Krypta der Ludgeri-Kirche
In der Mitte des alten Friedhofs der reformierten Gemeinde von Leer, steht leicht erhöht die Krypta der alten Ludgeri-Kirche, die Ende des 18. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.
Die Krypta
Die Krypta ist frei zugänglich und beherbergt heute eine Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Außerdem wird sie für und für Gedenkkonzerte genutzt.
Das Kryptagewölbe besteht aus zwei Tonnen, die eine gleiche Scheitelhöhe aufweisen. Die Gewölbeansätze und die Maueröffnungen liegen auffallend tief. Die Maueröffnungen haben wahrscheinlich als Luftschächte gedient. Aufgrund der in unregelmäßigem Abstand eingefügte Binder im Mauerwerk der Krypta kann man davon ausgehen, dass die alte Ludgeri-Kirche um 1200 erbaut wurde. Die beiden Schiffe der Krypta sind im Osten von zwei Apsiden mit Kuppelgewölben begrenzt.
Der Friedhof ist übrigens wegen seiner alten Grabsteine von Leeraner Industriellen und Kaufleuten ebenfalls sehenswert.
Die Ludgeri-Kirche
Bereits im Jahr 792 wurde an dieser Stelle von dem Friesenmissionar Liudger eine hölzerne Kirche errichtet, die im Laufe der Jahre bei Wikingereinfällen mehrfach geplündert und niedergebrannt aber immer wieder aufgebaut wurde. Schließlich wurde hier in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Steinkirche erbaut, die dem inzwischen heiliggesprochenen Liudgerus geweiht wurde und zur Propsteikirche aufstieg.
Im Turm dieser Kirche war übrigens nach der Erteilung des Marktrechts an den Flecken Leer die erste Waage untergebracht. Mehr dazu unter Geschichte der Waage
Allerdings bereitete Instandhaltung dieser Liudgeri-Kirche offensichtlich einige Probleme, so dass sie im Laufe der Jahrhunderte immer baufälliger wurde. Als schließlich im Jahr 1777 die gesamte Gemeinde flüchten musste, da der der Dachstuhl während eines Orkans einzustürzen drohte, wurde der Abbruch beschlossen, bei dem im Jahr 1795 nur die Krypta erhalten blieb.
Die reformierte Gemeinde errichtete daraufhin in den Jahren 1785 –1787 an anderer Stelle die neue Große Kirche, in die dann die Orgel, die Renaissance-Kanzel und der Taufstein aus der Ludgeri-Kirche umgezogen wurden.


