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Badisches Landesmuseum Karlsruhe - Schloss
Karlsruhe, heute geprägt von Juristen, auch "die Fächerstadt" genannt, wurde als barocke Planstadt angelegt, die Straßen gehen eben in einer Fächerform vom Schloss weg oder sie führen darauf hin, je nach Perspektive.
Heute ist im Schloss das sehenswerte badische Landesmuseum untergebracht. Die Sammlungsausstellungen zeugen von der Urgeschichte über die Antiken Kulturen und den Römern am Oberrhein übers Hochmittelalter (im Erdgeschoss) und die Aufklärung nebst Absolutismus hin bis zum Leben im Schloss und am Hofe in Karlsruhe. Allzu lange währte das Hofleben nicht - im Jahre 1715 wurde der Grundstein zum Schloss von Markgraf Carl Wilhelm von Baden-Durchlach gelegt, im Jahre 1918 wurde Baden nach Abdankung des letzten Großherzogs zur Republik.
Die Ausstellung im ersten Obergeschoss ist dem Hof im Schloss Karlsruhe gewidmet: Möbel sind zu sehen, welche die verschiedenen Bewohner des Schlosses angeschafft haben. Großherzog Karl und seine Ehefrau Stéphanie de Beauharnais, die Adoptivtochter Napoleons, führten eine für damalige Verhältnisse moderne Möblierung durch. Die Möbel wirken erstaunlich klar. Großherzogliches Geschirr ist ausgestellt - ein Service ist über und über vergoldet, die sprichwörtlichen "goldenen Teller". Ein mit über 350 Brillanten besetztes Diadem, das Hilda von Nassau gehörte, ist im Thronsaal ausgestellt.
Die Fächerstadt ist im Modell aufgebaut, mit einem "großen Stift" für den Zirkelschlag. Und hier ist auch der Zugang zum Turm, der mittig am Schloss steht. Steil geht es hinaus, aber die Aussicht da oben über die ganze Stadt lohnt sich wirklich. Auch die Ausstellungstafeln, fast ganz oben. Hier waren kleine Kämmerchen, in denen die so genannten "Tulpenmädchen" des Markgrafen Carl Wilhelms untergebracht waren. Angeblich waren sie dazu da, die Tulpen zu zeichen, die Carl Wilhelm so liebte. Viele von ihnen hatten vaterlose Kinder, die auffälliger Weise alle "Carl" oder "Carline" hießen, der Markgraf sorgte für ihre Erziehung.
Im zweiten Obergeschoss ist ein historischer Markt aufgebaut und eine Ausstellung zum Thema "Baden und Europa". Sehr schön ist der alte Kramladen, in dem über viele Jahrzehnte, erstaunlicherweise bis 1969, Waren verkauft wurden. Er ist liebevoll mit einem exemplarischen Warensortiment ausgestattet. Und hier ist auch der kleine Hinweis - beinahe versteckt - auf das im Jahr 1827 in Nürnberg ausgesetzte Findelkind namens Kaspar Hauser. Bald entstanden Gerüchte, dieser Kaspar Hauser sei ein aus dynastischen Gründen vertauschter badischer Prinz, geboren im Schloss in Karlsruhe. Eine kleine Schrifttafel und ein Bild weisen auf die Geschichte hin.
Der Gartensaal des Schlosses steht für Feiern und Tagungen zur Verfügung.
Infos über Sonderausstellungen des Museums im Internet.


