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Prädikantenbibliothek
Versteckt in einem geheimen Winkel der Nikolaikirche in Isny liegt die Prädikantenbibliothek. Erreicht wird sie über eine schmale Treppe. In ihrem Bestand finden sich Bücher, die zum Teil 500 Jahre alt sind. Der Zugang in die Studierstube ist sehr eng und führt vom Altarraum der Nikolaikirche über eine steile Treppe nach oben. Aber es lohnt sich: in einem mit Fresken geschmückten Raum füllen altehrwürdige Regale die Wände. An der Decke sind noch die Eisenringe zu sehen, an denen die Regale früher freischwebend aufgehängt waren, um die Bücher vor Mäusen zu schützen. Wahrhaft prächtig ausgestattete Bände zeugen von früher Buchkunst. Auf dem Studiertisch liegt seit Jahrhunderten derselbe Teppich.
Der Konstanzer Domherr Johannes Guldin stiftete um das Jahr 1462 die Prädikatur als Grundlage für die Prediger. Der Bestand weist 70 Handschriften auf, 171 Wiegendrucke. Die Prädikantenbilbliothek ist immer noch eine Studierstube, Wissenschaftler dürfen hier arbeiten. Um den Prediger umfassend zu bilden gibt es neben theologischen Schriften auch welche über Medizin und Recht, Botanik, Geografie und Geschichte. Einige Bücher sind in Isny entstanden: in der ersten hebräischen Druckerei Europas. Der Heidelberger Gelehrte Paul Fagius hat in Isny als Pfarrer gewirkt und die Druckerei gegründet.
Wie durch ein Wunder überstanden der Chor und der Turm der Nikolaikirche den verheerenden Stadtbrand von 1631, bei dem drei Viertel von Isny in Schutt und Asche fielen. So blieb glücklicherweise das wunderbare Kleinod Prädikantenbibliothek der Nachwelt erhalten.
Ein altes Hausmittel findet in dem Raum Anwendung: Hinter den Büchern liegt Hopfen. Der regelt die Luftfeuchtigkeit im Raum und hält Insekten und Holzwürmer fern.
Dauer der hoch interessanten Führung: 1 Stunde.



Wirklich ein Kleinod! Monika
Wirklich ein Kleinod!
Monika