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Fotos

  • Die gesamte Bertha-Benz-Memorial-Route für jeden zum Nachfahren
  • Frauke Meyer, eine der Initiatorinnen der Bertha-Benz-Memorial-Route mit dem Hinweisschild
  • Dieses Schild weist auf die Bertha-Benz-Memorial-Route hin
  • Bertha Benz - eine Pionierin der Autofahrt

Praktische Informationen

Adresse
Friedlandstraße 9
69221 Dossenheim
Deutschland

Koordinaten für´s Navigationssystem:

Breitengrad: 49.444280
Längengrad: 8.667961
Öffnungszeiten

frei zugänglich

Kontakt
Telefon: 
0 62 21 - 87 43 57
Fax: 
0 62 21 - 87 43 58

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Bertha Benz Memorial Route

 (5 Stimmen)

Es war in den ersten Augusttagen des Jahres 1888. Im badischen Land hatten die Schulferien gerade begonnen. Da öffnet sich im Morgengrauen in der Mannheimer Waldhofstraße fast lautlos ein großes Holztor.

Zwei Jungen schieben ein dreirädriges Gefährt auf die Straße. Ihre Mutter sitzt auf einer lederüberzogenen Holzbank an einer Kurbel und lenkt das Vehikel um die erste Kurve. Immer wieder sehen die drei nach hinten, um auch ja sicher zu sein, daß sie von niemandem bemerkt werden. Als sie sicher sind, daß sie noch immer nicht entdeckt worden sind, stellt sich Eugen, der ältere der beiden Knaben, hinter den Karren. Mit einem kräftigen Ruck dreht er an dem großen eisernen Schwungrad, das hinten quer im Wagen verankert ist – doch nichts geschieht!

Er schaukelt das Schwungrad ein paar Mal hin und her und verpaßt ihm noch einmal einen kräftigen Schwung. Unterdessen hat Richard, der jüngere, an einem Messingrad unter der Sitzbank gedreht. “Töff … töff … töff”, antwortet der große Zylinder. Die Buben springen zu ihrer Mutter auf den Wagen. Nach einem kräftigen Zug an dem Hebel, der den flachen Lederriemen von der Leerlaufscheibe auf die Arbeitsscheibe befördert, setzt sich der Motorwagen langsam in Bewegung. So beginnt eine Fahrt, die in die Automobilgeschichte eingehen wird!

Zwei Jahre zuvor hatte Dr. Carl Benz, der Ehemann von Bertha Benz und Vater der beiden Buben, in seiner Werkstatt in Mannheim das Automobil erfunden, den Benz Patent Motorwagen Nr. 1 (Reichspatent Nr. 37435 vom 29.1.1886) – aber niemand wollte das Automobil kaufen. Erst als Bertha Benz, übrigens ohne sein Wissen, zusammen mit ihren 13 und 15 Jahr alten Söhnen durch ihre Fahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück die Alltagstauglichkeit der pferdelosen Kutsche bewies, wurde daraus ein ungeheurer Erfolg – mit heute fast einer Milliarde Autofahrern weltweit.

Deutschlands neueste Ferienstraße ehrt eine Legende

Bertha Benz hat der Welt eine Mobilität gebracht, ohne die das moderne Leben auf der Erde kaum vorstellbar ist. Aber diese große Pioniertat, die dem anfänglich noch bespöttelten Automobil zum endgültigen Durchbruch verhalf, drohte in Vergessenheit zu geraten.

2007 gründeten daher Frauke und Edgar Meyer in Nordbaden eine Non-Profit-Initiative, die das Andenken an Bertha Benz bewahren möchte. Dabei schwebte ihnen keinesfalls ein steinernes Denkmal vor, sie wollten vielmehr die dynamische Leistung der großen Automobilpionierin durch ein genau so dynamisches Denkmal ehren. Da sie von Anfang an große Unterstützung durch den Karlsruher Regierungspräsidenten Dr. Rudolf Kühner erfuhren, und dessen Regierungspräsidium für die Genehmigung von Ferienstraßen in Nordbaden zuständig ist, wurde rasch ein Verein gegründet und eine Ferienstraße ins Leben gerufen, die als Straße der Industriekultur exakt den Spuren jener ersten automobilen Langstreckenfahrt vom August 1888 folgt. Inzwischen ist die Bertha Benz Memorial Route Mitglied im renommierten ERIH (European Route of Industrial Heritage e.V.)

Schilder weisen den Weg

Die 194 km lange Strecke ist komplett ausgeschildert und kann jetzt von jedem befahren werden, der der Einladung der Initiatoren folgt, mit ihnen auf eine spannende Entdeckungsreise in die Vergangenheit zu gehen. Dabei wird nicht nur das Andenken an die große Autopionierin Bertha Benz gewahrt, sondern jeder kann sich dabei selbst in jene heißen Augusttage des Jahres 1888 zurückversetzen.

In Wiesloch, einige Kilometer südlich von Heidelberg, ging Bertha und ihren beiden Söhnen zum ersten Mal der Sprit aus. Daher mußten die drei mutigen Automobilisten in der Stadtapotheke Ligroin kaufen, ein Reinigungsmittel, das damals als Kraftstoff diente. So wurde die Apotheke in Wiesloch zur ersten Tankstelle der Welt – und jeder kann sie besuchen, denn sie existiert auch heute noch.

Zwei schlimme Pannen ereilten die drei auf offener Strecke, so daß mit „Bordmitteln“ repariert werden mußte. Diese beiden eher dramatischen Situationen beschrieb die technisch sehr versierte Bertha Benz später so: „Das eine Mal war die Benzinleitung verstopft – da hat meine Hutnadel geholfen. Das andere Mal war die Zündung entzwei. Das habe ich mit meinem Strumpfband repariert.“

Auf der Rückfahrt mußte sie dann wegen der ständigen Berg- und Talfahrt zwischen Pforzheim und Bauschlott (Neulingen) die verschlissenen Bremsen reparieren lassen. Sie schrieb später selbst: “Das Stück von Pforzheim bis Bauschlott denkt mir ein Lebtag. Denn in Bauschlott mußte ein Schuster neues Leder auf die Bremsklötze schlagen, nachdem vorher mehreremal der Wagen geschoben werden mußte.” Jener Schuhmacher war Karl Britsch, Anwesen Pforzheimer Straße 18, welcher der mutigen Dame vor dem Gasthaus “Adler” das Leder auf die Bremsklötze ihres Fahrzeugs nagelte.

Eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands

Die authentische Fahrtroute der Bertha Benz verknüpft aber nicht nur fast vergessene Originalschauplätze ihrer Fahrt, sondern führt auch durch eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands, das von der Sonne verwöhnte Wein- und Genießerland Baden.

In der Kurpfalz, der Gegend um Heidelberg, findet man nicht nur viele gut erhaltene mittelalterliche Städte, sowie Zeugnisse aus römischer Zeit, hier lebte vor ca. 600.000 Jahren bereits der „Homo Heidelbergensis“. Und da er vom nahegelegenen Mauer aus, dort fand sich der Unterkiefer, sicher auch einmal die Heidelberger Gemarkung besuchte, wird er oft als erster Tourist Heidelbergs bezeichnet. Sicher siedelte er hier auch wegen der klimatischen Bevorzugung der Oberrheinischen Tiefebene und der Bergstraße mit der frühesten Mandelblüte Deutschlands.

Heidelberg hat nicht nur eine der ältesten Universitäten Europas mit vielen weltberühmten Absolventen, Heidelberg ist auch die Hauptstadt der Deutschen Romantik. Aber auch Besucher aus dem Ausland waren schon immer von der Stadt und dem romantischen Neckartal fasziniert. So weilte Mark Twain 1878, zehn Jahre vor der Fahrt der Bertha Benz, drei Monate in der Stadt, und seine Berichte prägen noch heute weltweit das Bild von Heidelberg (A tramp abroad).

Der Odenwald bietet dem Wanderer große Waldflächen, wildromantische Schluchten und einladende Täler. Der Kraichgau dagegen bietet sanfte Hügel, exzellenten Wein und viel kulturelles Erbe. Nur einige Kilometer abseits der Route liegt Kloster Maulbronn, Weltkulturerbe der UNESCO, wo bereits Hermann Hesse (Steppenwolf) Schüler war, aber auch Johannes Kepler und Friedrich Hölderlin.

In Pforzheim, Geburtsort der Bertha Benz, erreicht die Route dann den Schwarzwald, weltweit bekannt für seine Schwarzwaldhäuser, seine Kuckucksuhren, aber auch für die Schwarzwälder Kirschtorte. Wer davon zuviel gegessen hat, genießt als Wanderer den riesigen Naturpark mit seinen tiefen Wäldern; abends bietet sich dann ein Besuch im mondänen Baden-Baden an.

Verbunden werden alle diese Landschaften durch das, was das Genießerland Baden so unvergleichlich macht: Eine badische Eßkultur, die sich auf das trefflichste mit der elsässischen und französischen Küche messen kann, aber auch ein Wein, bei dem der Spruch „von der Sonne verwöhnt“ wirklich zutrifft!

Wenn Sie den Spuren der Bertha Benz folgen, dann werden Sie die gewaltigen Paläste und märchenhaften Schlösser von Mannheim, Heidelberg, Bruchsal und Schwetzingen kennenlernen, aber auch Pforzheim, das Zentrum der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie.

Und wenn Sie dann Baden kennengelernt haben, wo die heutige Mobilität geboren wurde, dann werden Sie, so versprechen es die Initiatoren der Bertha Benz Memorial Route, mit folgendem Lied auf den Lippen scheiden: „Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren!“

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