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ZWEI NAMEN, EINE INSEL - BORKUM

Der folgende Text besteht aus herauskopierten Teilen des eBooks: ZWEI INSELN, EIN NAME - BORKUM
von Franz Haslinger

Überfahrt von Emden nach BorkumWie ein Schutzwall gegen Sturmfluten liegen die ostfriesischen Inseln vor der Küste Ostfrieslands. Die westlichste und größte der Inseln ist Borkum.Das Eiland bestand bis vor kurzem, zumindest in geologischen Zeiträumen betrachtet, aus zwei Teilen – bis 1862 waren West- von Ostland durch einen breiten und tiefen Priel, das ist ein Wasserlauf im Watt, getrennt; auch danach konnte das Watt zwischen den beiden Inseln nur bei Ebbe durchquert werden. Der Grund für das Zusammenwachsen war eine wuchtige Sandbank im Nordwesten direkt vor dem Einfluss in das trennende Wassergerinne. Erst der Bau des Hinterdamms (1872 bis 1874) schuf eine ständige Landverbindung, und durch umfangreiche Deichbauten im Südosten des Eilandes legten die Borkumer große Flächen trocken. Der Tüskendörsee, Zwischendurchsee, markiert die Gegend, wo früher das Meer die beiden Inseln trennte.

ANKUNFT AUF DER INSEL

Die Inselbahn vom Alten Hafen in die Stadt Borkum 59,6 Grad nördliche Breite und 6,3 Grad östliche Länge, das ist schon ziemlich weit oben im Norden Europas. Um es genau zu sagen – der exaktere Wert hat da schon 14 Stellen hinter dem Komma – : Der Schnittpunkt der angegebenen geodätischen Koordinaten liegt in Deutscland auf der ostfriesischen Nordseeinsel Borkum. Und zwar dort, wo noch vor ungefähr 150 Jahren das Wasser der Nordsee West- und Ostinsel trennte. Ziemlich eindeutig markiert der Koordinatenpunkt einen Hügel mitten in den Dünen Ostlands, heute der Name des östlichen Teils der Insel. Der markierte Erdbuckel scheint ein künstlich aufgeschütteter Siedlungshügel zu sein, eine Warft, auf der die Bewohner ihre Gehöfte errichten, um vor Sturmfluten geschützt zu sein. Auf dieser Warft steht ein beeindruckendes Haus: das Dünenhotel der Famlie Beate und Jörg Laufenberg

WOHNEN IM OSTEN

Um 8 Uhr früh in den Dünen Borkums Wer einmal noch vor Sonnenaufgang am Nordstrand bei den Olde Dünen barfuß im Sand laufen möchte, sollte sich besser direkt in Ostland einquartieren. Von dort ist der Weg in der Dunkelheit nicht so weit, und man ist zum Frühstück wieder in der Unterkunft. Um es gleich zu sagen, für solche sinnenfreudige Menschen gibt es nur eine Bleibe im Ostland: das Dünenhotel Borkum.

Hier ist man dem Zauber des Nordens viel näher als im urbanen Westland, hier ist unser Ausgangspunkt für eine der ultimativsten Nordseewanderungen der ostfriesischen Inselwelt – von der Jausenstation Dünenbudje am Nordstrand nach Hoge Hörn und zurück.

DAS WATT

UNESCO Weltnaturerbe - Niedersächsisches Wattenmeer Es gehört nicht zum Festland und zählt nicht zum Meer – das Watt. Es ist so einmalig, so voller Leben; das findet auch das von der UNO eingesetzte World Heritage Commitee: Seit dem 26. Juni 2009 gehört das niedersächsische Wattenmeer zum UNESCO Weltnaturerbe.

Das muss man gesehen haben – und zu einem Inselbesuch gehört sowieso ein Spaziergang durchs Wattenmeer.

DAS MUSEUM DYKHUS

„Nur aus der Vergangenheit heraus kann die Gegenwart so klug handeln, dass sie die Zukunft nicht zerstört“.
( Tizian, um 1490 – 1576)

Das Walskelett im Heimatmuseum Borkum Wenn eine Gesellschaft den Höhepunkt ihrer Entwicklung lange schon überschritten hat, beginnt sie Museen zu bauen. An dieser oft zitierten Meinung mag etwas dran sein. Doch das Museum bringt auch Ordnung in das Chaos der Geschichte und ermöglicht dem Heute zumindest eine geringe Chance, aus dem Gestern für das Morgen zu lernen: Geschichte umarmt die Zukunft, das könnte der Leitgedanke dabei sein.

DER HÜTER VERBORGENER SCHÄTZE

„Unser Wollen ist: Die Geschichte der Insel zu bewahren, sie aufzubereiten, sie der Nachwelt zu erhalten und das Interesse an ihr wachzuhalten.“
(Jan Schneeberg)

Der Archivar des Dykhus - Jan SchneebergDas Dykhus (Deichhaus) birgt aber noch etwas, das die meisten Besucher nicht zu sehen bekommen: Unzählige Daten und Texte, Geschichten aus Borkums früheren Zeiten, auf den ersten Blick anscheinend unbedeutende Geschehnisse, das alles ist im Archiv gehortet: Im Reich Jan Schneebergs. Eine Bemerkung noch zu den „unbedeutenden Geschehnissen“ – es sind immer die kleinen Dinge, die letztlich das Ganze bestimmen.

Natürlich macht den Verantwortlichen des Heimatvereins auch der steigende Fremdenverkehr Sorge:
„Je mehr gebaut wird, umso mehr geht auch der Charakter der Insel verloren. Das ist ein sehr schwieriges Unterfangen, das Mittelmaß zu finden – es darf nicht mehr zunehmen. Das Ostland ist geschützt, ausgenommen der Ort Ostland, die Häuser sind da, und die müssen auch stehenbleiben können“, das sind weise Worte, die Jan Schneeberg da ein wenig resignierend ausspricht.

Ein letzter Blick zurück auf die Insel Borkum

was suchst du hier
im wind,
unter der dunklen wolkenwand,
an der kalten see ?

ich weiß es nicht !

doch erst nach und nach
fühl ich auf einmal wieder
– was freisein ist.

Franz Haslinger
Borkum, im Oktober 2010

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