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Der Mythos der Bleichen Berge (2.Teil)

Eine „Reise“ um den Col di Lana – 90 Kilometer durch die verschneiten Dolomiten, auf Skiern, mit Lift und Bus. Unsere Fahrt durch die Dolomiten führt uns vorbei an den Fanesbergen mit Kreuzkofel, La Varella, Cunturines, am Monte Pelmo und hinauf auf die Marmolada — Glanzstücke des „Welterbes Dolomiten“

Marmolada Seilbahnen

Von Alleghe zur Marmolada

Die Haltestelle, der regelmäßig verkehrenden Busse zur Marmolada, ist etwa 100 Meter von der Talstation der Gondelbahn auf die Piani di Pezze entfernt. Die Busfahrt führt uns über Caprile ins Val Pottorina bis zur Malga Ciapella, auf eine Seehöhe von 1.450 Metern. Der Bus hält bei der Talstation des ersten der beiden Schleiflifte, die Richtung Passo di Fedaia führen. Wir fahren jedoch auf Skiern eine flache, kurze Abfahrt zur Talstation der Marmolada-Seilbahnen. Auf drei Teilstücken befördern uns die Bahnen auf die Punta Rocca hinauf, 3.252 Meter hoch. Bis oben muß man mit Wartezeiten etwa eine Stunde rechnen.

auf der Punta di Rocca

Oben, das heißt: fast auf dem höchsten Berg der Dolomiten stehen, die Punta di Penia ist mit 3.343 Metern nur knapp 100 Meter höher als die Punta Rocca, unserem Standort. Der „Königin der Dolomiten“, wie die Marmolada auch genannt wird, liegen alle die umliegenden Berge zu Füssen. Im Norden: Langkofel, Sella, Sassongher; dann weiter östlich: Kreuzkofel, La Varella, Cunturines-Spitze, Lagazuoi, die Tofanen, Monte Cristallo, Antelao, Monte Pelmo, Civetta; und direkt vor uns: Porto Vescovo, mit den Bergstationen der Bahnen von Arabba herauf, dann der Monte Padon; und dahinter „unser“ Berg: der Col di Lana. Auf dem Schneeplateau auf der Punta Rocca, gleich neben der Bergstation, tummeln sich an schönen Tagen eine große Zahl von Skifahrern, es ist jedoch genügend Platz, sodass jeder die faszinierende Bergwelt genießen kann.

von der Marmolada

Was nun folgt ist eine etwa 10 Kilometer lange Skiabfahrt mit über 1.500 Metern Höhenunterschied – eine der berühmtesten Skiabfahrten der Alpen. Inmitten einer strahlenden Bergwelt fährt man die Nordhänge der Marmolada hinunter, noch immer beindruckt von der Faszination dieses Berges, der „Königin der Dolomiten“. Es ist die schwierigste Abfahrt der gesamten Tour, aber auch die schönste, besonders dann,wenn die Scheeverhältnisse so ausgezeichnet wie heute sind. 20 bis 30 Minuten sollte man sich für die Abfahrt schon Zeit nehmen, man möchte sich ja auch noch ein wenig umschauen und einige Fotos machen.

Vom Passo di Fedaia nach Arabba

Die Talstation des Padon-Liftes liegt auf etwa 1.700 Metern, der Lift bringt uns auf den Passo Padon, 2.416 Meter hoch. Hier heroben kann man sich in der Rifugio Passo Padon noch einmal stärken, aber nicht zu lange, im Jänner hören manche Lifte schon um 16:15 Uhr auf, so auch unser letzter Lift auf die Pralongia. Vom Passo Padon haben wir wieder eine einmalige Rundsicht; im Süden: die Marmolada; etwas weiter westlich der Gran Vernel, immerhin 3.205 Meter hoch; im Südosten: Civetta; im Osten: Monte Pelmo; und im Norden: La Varella, Cunturines-Spitze und den Col di Lana.

Monte Pelmo und Civetta Die Abfahrt vom Passo Padon führt durch eine etwas enge Scharte zum Mesola-Lift. Von der Bergstation dieses Liftes führt wieder eine wunderbare,
3½ Kilometer lange Abfahrt nach Arabba, an die 700 Höhenmeter geht es hinunter, bis auf 1.602 Meter Seehöhe.

Arabba liegt im ladinischen Tal Buchenstein und ist ein Dorf der Gemeinde gleichen Namens. Val Fodom heißt das Tal auf ladinisch und Fodom ist auch die ladinische Bezeichnung der Gemeinde. Der italienische Name für Buchenstein ist Livinallongo de Col di Lana. Buchenstein und das Gebiet um Cortina d’Ampezzo, Anpezzo auf ladinisch, sind die zwei ladinischen Siedlungsgebiete in der Provinz Belluno.

Civetta

Über den Bec de Roces zum Passo Campolongo und auf die Pralongia

In Arabba trifft man auf die Scharen der Sella-Ronda-Fahrer, die hier die Straße auf das Pordoijoch überqueren müssen; die einen streben zu den Bahnen auf die Porta Vescovo, die anderen, welche die Runde gegen den Uhrzeigersinn fahren, wollen auf den Bec de Roces, so wie wir.
Monte Pelmo vom Bec de RocesZwei Lifte, mit einer kurzen Zwischenabfahrt, führen uns wieder auf über 2.000 Meter hinauf. Vom Bec de Roces fahren wir zum Passo Campolongo (1.875 Meter), von dort mit einem Sessellift auf den Monte Cherz, dann Abfahrt nach La Vizza und hier erreichen wir, noch knapp vor Betriebsschluß, den Masarei-Lift auf die Pralongia. Es ist die letzte Aufstiegshilfe auf unserer Skitour.
auf der PralongiaAuf der Pralongia (2.139 Meter) heißt es Abschied nehmen von den Dolomiten-Gipfeln, die uns den ganzen Tag begleitet haben. Fast alle Berge unserer Tour kann man von hier aus noch einmal sehen; im Norden: Kreuzkofel, La Varella, Cunturines-Spitze, mit 3064 Metern die höchste Erhebung der Fanes-Gruppe; im Osten: Lagazuoi, die Tofanen, Monte Pelmo, Civetta; im Süden: Marmolada, Gran Vernel; und im Westen: Sella und Sassongher. Und in vielleicht fünf Kilometer Luftlinie in südöstlicher Richtung der schneebedeckte Gipfel des Col di Lana, nur wenig höher als die Pralongia. Es ist schon nach vier Uhr nachmittags und in der ersten Jänner-Hälfte ist die Sonne um diese Zeit schon fast hinter dem Sella-Massiv verschwunden. Die Berge werfen lange Schatten, der schneebedeckte Gipfel des Col di Lana glitzert noch im Sonnenlicht und die rotbraunen Felswände der Fanesberge, vom Kreuzkofel bis zum Lagazuoi, reflektieren die Sonnenstrahlen, es ist wie ein gelb-rotes Feuer.

Abfahrt von der Pralongia

Die Murmeltiere, die Königin der Fanes und der „Falsche König“ – „Falzarego“

Dort in den Fanesbergen verstecken die Murmeltiere, nach einer ladinischen Sage,bis heute die Königin des Fanesreiches. Beim Anblick dieses Lichterspiels möchte man diese Geschichte, wie ein Kind, beinahe glauben.

Die Fanessage erzählt Aufstieg und Untergang des mächtigen Reiches der Fanes: „Die Könige der Fanes dehnten ihr Reich durch Eroberungen immer weiter aus, sodaß sich schließlich ihre Nachbarvölker gegen sie verbündeten. Aber auch innerhalb des Königshauses gab es zwischen der agressiven, männlichen und der friedliebenden, weiblichen Partei Streit. Dolassila, die Königstochter, vertrat zwar die friedliche Seite, besaß aber eine Anzahl unfehlbarer Pfeile, sodass die Faneskrieger bislang in allen Schlachten siegreich blieben. Dolassila trug eine weiße Rüstung, die sich nach einer Weissagung schwarz färben würde, wenn ihr in einer Schlacht Todesgefahr drohe. Der Konflikt wurde immer kritischer und die Entscheidungsschlacht zwischen den Fanesleuten und ihren Gegnern stand kurz bevor. Da gelang es dem Zauberer Spina de Mul durch eine List, Dolassila die unfehlbaren Pfeile abzunehmen, und er verteilte sie an die besten Bogenschützen der Gegner. Da verfärbte sich der Panzer Dolassilas, und sie zog nur nach verzweifeltem Drängen der Fanesleute in den Kampf und wurde von ihren eigenen Pfeilen getötet. Die Schlacht war für die Fanesleute verloren, die Königin und eine kleine Schar Fanesleute konnten sich mit Hilfe ihrer Verbündeten, den Murmeltieren, in die unterirdischen Gänge der Fanes flüchten, wo sie noch heute auf ihre Rettung hoffen. Der König, der aus Goldgier verräterische Sache mit den Feinden machte, wurde in Stein verwandelt.“

Wenn man von Westen auf der Straße zum Passo Falzarego kommt, dann kann man mit etwas Phantasie in der Silhouette des Kleinen Lagazuoi das Profil eines bärtigen Gesichtes erkennen, den „falschen König“ (freie Übersetzung von „falso regno“ – „falsche Herrschaft“). In den Legenden tauchen immer wieder Vermutungen auf, dass die Entscheidungsschlacht, die zum Untergang des Fanesreiches führte, auf der Prelongie stattfand, das ist die ladinische Bezeichnung für Pralongia.

An die 3 Kilometer ist die letzte Abfahrt lang und etwas über 500 Meter tiefer liegt St.Kassian. Um die Zeit der beginnenden Dämmerung ist man fast alleine auf der leichten Abfahrt. An die 90 Kilometer haben wir zurückgelegt, etwa 36 auf der Straße, ungefähr 19 mit Seilbahnen und Liften und an die 34 Kilometer wunderbare Skiabfahrten mit über 5.700 Höhenmetern. Etwas über 8 Stunden hat die gesamte Tagestour gedauert, 2 davon sind wir mit den Skiern gefahren.

Wir sagen: „Auf Wiedersehen“ – „A s’odei“, erwidern die Ladiner.

Franz Haslinger
San Leonardo, im Jänner 2010

copyright©franz.haslinger@gmx.net

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Kommentare

MoverOne

Die Fotos sind traumhaft

Die Fotos sind traumhaft schön! Ganz toller Beitrag, vielen Dank!
Claudia