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Mannheim
Mannheim - die eigentliche Hauptstadt Baden-Württembergs? So sehen es sicherlich viele Mannheimer, was bei den Stuttgartern alte Eifersüchtelein wieder aufleben läßt. In Mannheim verliebt sich der Besucher nach dem zweiten oder dritten Blick, dies läßt die Liebe dafür aber umso tiefer werden, sie ist reifer, als wenn sie nur auf einen oberflächlichen Reiz reagiert.
Starke Kriegsschäden haben ihre Wunden gerissen in die Stadt, vieles wurde neu aufgebaut, nicht historisierend oder nach alten Plänen, sondern leider neu, im damaligen Beton-Geschmack. Glücklicherweise wurde das Schloss rekonstruiert, zumindest die Fassade. Eingebettet liegt die Satdt zwischen Rhein und Neckar, die sich hier im größten (?) Binnenhafens Europas vereinigen und ein riesengroßes Becken bilden. Es kann bei Angabe der Postanschrift passieren, dass der Absender erst Mal in Mannheim anruft und sagt: "Wo soll ich das hinschicken? B7? Soll das eine Straße sein? Da habt ihr euch ja wohl vertippt!"
Das große Barockschloss, das im Krieg zu 80 % zerstört und liebevoll wieder aufgebaut wurde und heute eine Universität beherbergt, ist sozusagen das Kernstück der Stadt. Nach ihm ist alles ausgerichtet. Linear, quadratisch ist die Innenstadt aufgeteilt und die Quadrate sind eben durchnummeriert. Die Symmetrieachse, von der aus gezählt wird, ist die breite Straße, die direkt auf das Schloss zuführt. Das Schloss jedoch zeigt der Stadt nur den Rücken. Die Paradeansicht, die "schöne Seite" ist dem ehemaligen Schloßgarten zugeführt, der leider nur noch in rudimentären Resten vorhanden ist und seine einstige Pracht nur noch erahnen läßt. Breite Straßen durchpflügen ihn, führen in den Hafen und nach Ludwigshafen. Auch die Bahn fordert ihre Rechte und hat hier ihre Schienen verlegt.
325 000 Einwohner zählt Mannheim heute und feierte 2007 400-jähriges Stadtjubiläum. Ursprünglich wurde Mannheim als Festungs- und Handelsstadt gegründet. Eine Blütezeit erlebte Mannheim zweifelsohne unter Kurfürst Karl Thedor. Leider wurde der 1777 nach München abberufen (die Münchner verdanken ihm den Englischen Garten), kurz nachdem er sich in Schwetzingen die lichte Sommerresidenz gebaut hatte. Er nahm einen großen Teil seines Stabes mit. Karl Theodor war ein Förderer und Gönner der Künste, sogar Mozart verbrachte hier einige Zeit, versuchte aber vergebens, hier eine Anstellung zu erhalten. Manch einer mag das heute noch bedauern.
Dafür hat sich heute Deutschlands einzige POP-Akademie im Jungbusch angesiedelt. Hier werden junge Talente aufs Bestehen in der Musikbranche vorbereitet.
Von der Bundesgartenschau 1975 blieb der Stadt der wunderschöne "Luisenpark" erhalten, die "grüne Lunge" der Stadt. Ein Teil des Parks mit exotischen Bäumen und frei lebenden grasgrün gefiederten Papageien (einem entflogenen Papagei hatte ein tierliebender Züchter einst mitleidsvoll ein Weibchen hinterher geschickt, seitdem vermehren sie sich prächtig) ist frei zugänglich, der prächtig gehegte und gepflegte Teil kostet Eintritt (s. Luisenpark Mannheim) und dient der Naherholung der Städter.
Bekannte Firmen haben hier ihren Sitz, um nur einige zu nenen: Duden, Brockhaus, Roche und Phönix. Bekannt machen die Stadt vor allem auch die "Söhne Mannheims" mit Frontmann Xavier Naidoo. Naidoo lehrt auch an der 2003 gegründeten Popakademie.
Einkaufen läßt es sich in der Quadratestadt ganz famos. Die "Planken", das Wohnzimmer Mannheims, die Fußgängerzone, durch die seltsamer Weise die Straßenbahn fährt, sind gesäumt von einer Reihe von Läden. Aber in den gesamten Quadraten (und nicht nur da) sind Geschäfte verteilt, die das Einkaufen in Mannheim zum Erlebnis werden lassen.
Das kulturelle Angebot ist vielfältig: neben dem Nationaltheater (s. Nationaltheater Mannheim) gibt es viele kleine Bühnen, etwa TIG7, Klapsmühl' oder das Schatzkistl.
Das Leben in der Quadratestadt ist so lebendig und vielseitig, es macht echt Spaß hier zu wohnen. Über Aktuelles aus der Region informiert die Tageszeitung Mannheimer Morgen,abgekürzt MM.
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